China regiert die Tibeter mit eiserner Faust
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Wir senden hier den zweiten Teil einer nicht-autorisierten Übersetzung eines
der seltenen Berichte dieser Tage eines Journalisten aus Lhasa, der in The
Weekend Australian erschien und von Phayul übernommen wurde:
Es gibt Anzeichen dafür, daß einige chinesische Offizielle ihren Fehler
erkennen, sich in der Vergangenheit zu sehr auf den Aufbau der Infrastruktur
und nicht auf die Tibeter selbst konzentriert zu haben. „Das Bildungswesen
in Tibet ist noch immer nicht zufriedenstellend“, sagte Wang Jinjun,
stellvertretender Direktor des Informationsbüros des Staatsrates. „Wir
werden uns nun mehr mit den Hirten und Bauern befassen müssen.“
An der wirtschaftlichen Notlage der Tibeter hat sich auf den Volksaufstand
vom Frühling dieses Jahres hin nichts geändert, aber den Tourismus in Tibet
hätte er fast zum Erliegen gebracht. Geschäfte und Cafés sind leer, und es
ist kaum ein ausländischer Tourist in der Stadt zu sehen.
„Die Tibeter haben sich dies nur selbst zuzuschreiben“, sagte Wang De Wen
vom tibetischen Volkskongreß, „weil so viele von ihnen bei den Krawallen
mitgemacht haben, bei denen 1317 Menschen festgenommen wurden.“
„Diese Tumulte wurden von den Tibet-Separatisten organisiert, an deren
Spitze der Dalai Lama und seine Anhänger stehen, die den großen Sprung
vorwärts in der Entwicklung Tibets nicht wahrhaben wollen. Sie haben die
Gewaltausbrüche angezettelt, die ganze mutwillige Zerstörung, die Plünderei
und das Anzünden von Geschäften“, sagte er. „Diese Ausschreitungen haben der
Wirtschaft einen verheerenden Schaden zugefügt, der seit sich März auf 320
Millionen Yuan (70 Millionen $) beläuft.“
Der stellv. Generalsekretär des tibetischen Volkskongresses, Tonga, wollte
sich nicht zu den nach den Unruhen verhafteten Personen äußern, behauptete
aber, die meisten der Tibeter, die in die Ausschreitungen involviert waren,
bereuten nun ihre Taten. „Nach unserer Erziehungsmaßnahme bereuen die
meisten von ihnen, was sie getan haben.“ Auf die weitere Frage hin, was das
zu bedeuten habe, erwiderte er: „Ein maßgeblicher Regierungsbeamter
unterrichtete sie darüber, was richtig und was falsch ist“.
Tibetische Beamte, mit denen wir sprachen, wiesen alle Behauptungen zurück,
daß die Religionsfreiheit der Tibeter extrem eingeschränkt sei. Der Leiter
des Büros für religiöse Angelegenheiten der Autonomen Region Tibet (TAR),
Kalsang, leugnete die im Westen weithin verbreitete Ansicht, tibetische
Mönche müßten als Teil des „Erziehungsprogramms“ in den Klöstern Seine
Heiligkeit den Dalai Lama schmähen.
Ihm widersprach teilweise einige Tage später Wang Jinjun, der zugab, daß
Mönchen in Tibet in „Informations-Programmen über Gesetzeskunde“ beigebracht
werde, Religion und Politik nicht miteinander zu vermischen.
Der erstaunlichste Aspekt bei den Zusammentreffen mit den chinesischen
Beamten war das Ausmaß ihrer Feindseligkeit gegenüber dem Dalai Lama, der,
zusammen mit der tibetischen Regierung-im-Exil beschuldigt wird, den
Aufstand geschürt und die tibetische Sache im Westen zu einer cause celebre
gemacht zu haben.
Die chinesische Regierung betrachtet die ständig wiederholten Beteuerungen
des Dalai Lama, daß er nur größere Autonomie für Tibet innerhalb Chinas,
nicht aber die Unabhängigkeit anstrebe, als nicht der Wahrheit entsprechend.
Als ich frage, ob die Probleme Chinas in Tibet geringer würden, wenn Tibet
mehr Autonomie zugestanden würde, während China gleichzeitig die nationale
Kontrolle über die Region beibehalten würde, machte Wang Jinjun eine
ablehnende Geste und sagte, so etwas würde Tibet in den Status des
Feudalismus zurücksinken lassen. „Tibet darf nie wieder in den Zustand einer
rückständigen Gesellschaft unter theokratischer Herrschaft zurückfallen“,
sagte er.
Von der menschlichem Dimension dieses verfahrenen Problems kann man bei
einem Spaziergang durch Lhasa einen Eindruck gewinnen, wo ich an meinem
letzten Tag eine Gruppe Tibeterinnen beobachtete, die ihre Babies auf den
Rücken gebunden hatten und schwatzen und lachten – unter den wachsamen Augen
eines Scharfschützen auf einem Dach!(Cameron Stewart, The Weekend
Australian), Fortsetzung folgt.
Der gesamte Bericht steht auf unserer Website unter:
http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2008/TheWeekendAustralian.html
Übersetzung: Melanie Pelka, Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching
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* Bei den Übersetzungen handelt es sich um nicht-authorisierte.
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