Im Widerspruch zu den Olympischen Grundsaetzen (Tibetisches Solidaritätskomitee)

6 08 2008

Tibetan Solidarity Committee (Tibetisches Solidaritätskomitee)
http://www.stoptibetcrisis.net
Pressemitteilung, 2. August 2008

Im Widerspruch zu den Olympischen Grundsätzen
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Die Olympischen Spiele stehen für Frieden, Harmonie und Fortschritt. Der Grundsatz 4 der Olympischen Charta besagt, daß „die Praxis des Sports ein Menschenrecht“ ist. In ähnlicher Weise betont der Grundsatz 5 der Charta die Unvereinbarkeit des Olympischen Geistes mit jeder Form von Diskriminierung, wenn es da heißt: „Jede Form der Diskriminierung bezüglich eines Landes oder einer Person ausgehend von Rasse, Religion, Politik, Geschlecht oder sonst etwas ist unvereinbar mit der Zugehörigkeit zu der Olympischen Bewegung“.

Liu Jingmin, der Vizepräsident des damaligen Pekinger Bewerbungskomitees sagte 2001: „Wenn man Peking gestattet, Gastgeberland für die Spiele zu werden, dann wird das zur Entwicklung der Menschenrechte in China beitragen“. Dementsprechend versicherte Jacques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), im April 2002, daß „durch die Olympischen Spiele die Menschenrechte in China verbessert werden“.

Seine Heiligkeit der Dalai Lama und die Tibetische Zentralverwaltung [Regierung-im-Exil] haben von Anfang an die Olympischen Spiele in Peking als einen Tribut an Chinas uralte Zivilisation und als ein Zeichen der Achtung vor den Aspirationen der Bevölkerung befürwortet. Im Namen der olympischen Sicherheit geht die chinesische Regierung jedoch derartig hart gegen ihre eigenen Bürger vor, daß die religiöse Freiheit und die Menschenrechte der Tibeter völlig unterdrückt wurden.

1. Gegenwärtig steht das gesamte Tibet, d.h. alle von Tibetern bewohnten Gebiete, unter schwerer militärischer Besatzung, so daß sich die Tibeter nicht mehr frei bewegen können. Die Klöster um Lhasa, vor allem das Kloster Drepung, sind praktisch zu Gefängnissen geworden, und jeder Kontakt mit der Außenwelt wird strengstens überwacht.
2. Tibeter, die in Peking und anderen chinesischen Städten wohnen, werden genau beobachtet, und die Mehrheit von ihnen wurde aufgefordert, an ihre Herkunftsorte zurückzukehren. Ähnlich werden in allen Hotels und Übernachtungsmöglichkeiten, wo Tibeter angetroffen werden, diese vom zuständigen Polizeirevier sorgfältig überwacht, was für die Gäste große Unannehmlichkeiten und Schikanen bedeutet. Hier liegt eindeutig eine Diskriminierung aufgrund der Nationalität und ethnischen Zugehörigkeit vor.

3. Ganz Tibet wird derzeit einer intensiven „patriotischen Umerziehung“ unterzogen. Die Mönche und Nonnen werden gezwungen, Seine Heiligkeit den Dalai Lama zu diffamieren. Alle Novizen unter 18 Jahren werden aus ihren Klöstern ausgeschlossen.

4. An einigen Orten in der Präfektur Kardze wird die neue Verordnung zur Schließung von Klöstern und Zerstörung von Wohnquartieren der Mönche bereits umgesetzt. Diese Verordnung wurde kürzlich für die monastischen Gemeinschaften in Tibet erlassen entsprechend dem Prozentsatz der Mönche oder Nonnen, der an Protesten beteiligt war.

5. Die Polizeikräfte gegen mit roher Gewalt gegen friedlich demonstrierende Tibeter vor, während diejenigen, die sich in Untersuchungshaft befinden, in zunehmenden Maße unfairen Prozessen unterzogen werden.

6. Mit dem Herannahen des Augusts wurden die Bewegungen der Tibeter in fast allen Gebieten extrem eingeschränkt. An manchen Orten wie im Bezirk Drago (chin. Luhou) in der TAP Kardze haben die Behörden die Tankstellen geschlossen, offensichtlich um damit die Bewegungsfreiheit von Tibetern, die ein eigenes Fahrzeug besitzen, einzuschränken.

8. Alle Kommunikationsmittel unterliegen strengster Kontrolle, besonders der Telefonverkehr und das Internet. Telefongespräche werden überall abgehört und überwacht, vor allem bei Anrufen von außerhalb Tibets hört die Polizei die Gespräche mit und stellt die Empfänger der Anrufe danach zur Rede.

Allen tibetischen Beamten und Regierungsbediensteten wurde verboten, im August auf Urlaub zu gehen. Häufige und willkürliche Durchsuchungen gehören ebenso zur Tagesordnung wie willkürliche Festnahmen.

Man kann also zusammenfassend sagen, daß Tibet zur gegenwärtigen Zeit zu einem riesigen Gefängnis geworden ist, in dem den Tibetern alle möglichen Einschränkungen auferlegt wurden, während die chinesischen Immigranten von jeglichen Kontrollen ausgenommen sind. Was die Menschenrechte anbetrifft, so hat sich die Lage in ganz Tibet im Vergleich zu früher wesentlich verschlechtert.

Im alten Griechenland ruhten vor und während jedem Olympischen Fest die Waffen. Kriege wurden ausgesetzt, die Anwendung der Todesstrafe war verboten und die Sicherheit der Reisenden und Besucher wurde gewährleistet. Sogar Hitlers Unterdrückung der Juden während der schändlichsten aller Spiele in der Geschichte der modernen Olympiade, nämlich denen von 1936, ist nichts im Vergleich mit dem, was China heute in Tibet tut.

Während China die Politisierung der Olympiade beklagt, um internationale Kritik an seinem Umgang mit den Menschenrechten abzuwenden, ist es China selbst, das von Anfang an, als es den Zuschlag für die Spiele erhielt, die Menschenrechtsbelange mit einbezogen hat, um sie zu politisieren. China benutzt immer noch die Spiele als ein Werkzeug, um seine politische Agenda vorwärts zu treiben. Hinsichtlich der Menschenrechtslage hat sich die Situation in ganz Tibet im Vergleich zu früher gewaltig verschlechtert.

Deshalb bitten wir alle Länder und insbesondere die Menschenrechtsorganisation auf der ganzen Welt auf das Dringendste, Druck auf die chinesische Regierung auszuüben, sofort alle Repressionsmaßnahmen zu beenden und die grundlegenden Menschenrechte und die Religionsfreiheit des tibetischen Volkes zu achten.

Angesichts der kritischen Situation in Tibet appellieren wir an die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft, sich dringend unserer folgenden Forderungen anzunehmen:

1) unverzüglich unabhängige Untersuchungskommissionen nach Tibet zu entsenden;
2) unverzüglich der freien Presse Zugang zu ganz Tibet zu gewähren;
3) unverzüglich dem brutalen Morden in ganz Tibet ein Ende zu setzen;
4) unverzüglich für die sofortige Freilassung aller festgenommenen und verhafteten Tibeter zu sorgen;
5) unverzüglich die medizinische Versorgung der verletzten Tibeter zu ermöglichen;
6) die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Menschen und ihren Zugang zu lebensnotwendigen Gütern sicherzustellen.

Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching

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* Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
* Arbeitsgruppe München
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* Bei den Übersetzungen handelt es sich um nicht-authorisierte.
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Switch of the Games

31 07 2008
Don’t Wach the Games.

Stell dir vor es ist Olympia und keiner schaut zu…

Tell your friends!

come and join at

www.dwog08.org





So. 10. August Dr. Motte @ Berlin bewegt sich – für Tibet / Berlin ufaFabrik

29 07 2008

Berlin bewegt sich – für TIBET

Großes Benefiz-Sommerfest & Party für Tibet

am Sonntag, 10. August 2008 in der ufaFabrik Berlin, Viktoriastr. 10-18, 12105 Berlin / Tempelhof

Die Veranstaltung ist ein Benefiz für die TibetanChildren’s Villages-Projekte (TCV) des DANA e.V. München/ www.dana-ev.de.

Die Künstler/Innen treten kostenlos auf. Der gesamte Erlös kommt direkt tibetischen Flüchtlingskindern zugute.

Vor der Kulisse der ehemaligen Filmschatzkammern der UFA werden Hollywood-Schauspielerin und Tibet-Aktivistin Yangzom Brauen und der Berliner Entertainer & Sänger MichiMC durch das Programm ab 15 Uhr führen und uns auf eine musikalische Reise über 5 Kontinente um die ganze Welt führen – als Zeichen der weltweiten Solidarität mit dem tibetischen Volk.

Zur Party ab 22 Uhr wird u.a. Dr. Motte, der Erfinder der Loveparade auflegen.

Mit unserem Event unterstützen wir damit auch die weltweite Protest-Aktion „A CANDLE FOR TIBETwww.candle4tibet.org anlässlich der Eröffnung der Olympischen Spiele in Beijing.

Nach alter Tradition wird in Tibet das „Fest des Gesangs, der Oper und des Theaters“ über mehrere Tage gefeiert, was nach unserem Kalender auf einen Zeitraum zwischen August und September fällt. Wie das Tibetische Volk feiern wir dieses Fest mit Musik/ Konzerten, Film/ Videos, Infos und Party-DJs.

Das Event bringt uns die Kultur und Traditionen des tibetischen Volkes näher und steht für Toleranz, Freiheit und Frieden in der ganzen Welt!

Mit dieser Party wollen wir auch an das Schicksal Tibets erinnern und anlässlich der Olympischen Spiele in Beijing ein an China gerichtetes Zeichen setzen, die Menschenrechte und Freiheiten einzuhalten.

Durch die zunehmende Chinesisierung in allen Lebensbereichen fällt es den Tibetern immer schwerer ihre eigene Kultur zu leben, was bis dahin führt, dass immer weniger Tibeter ihre eigene Sprache beherrschen. Deshalb unterstützen wir speziell Tibetische Flüchtlingskinder und -jugendliche in Indien darin, ihre Kultur unbeeinträchtigt von politischen Strömungen zu leben. Durch die jahrelange Hilfstätigkeit des DANA e.V. ist gesichert, dass die Hilfe wirklich direkt und uneingeschränkt den Kindern zugute kommt.

Feiern auch Sie mit uns und helfen Sie mit! Berichten Sie über unser Benefiz-Event!

TashiDelek & Tschaa – PheNang – Danke & Herzlich Willkommen!

PROGRAMM

Moderation:

Yangzom Brauen www.yangzombrauen.com & MichiMC www.memak-entertainment.com

Im Programm ab 15 Uhr wirken mit:

  • Bo Sung Kim (Korea/ Asia) – Changgo-Traditional Korean Drums

Ab 22 Uhr Party – Line Up:

Visuals: by Store Dubiné www.dubine.com

Während des Festes gibt es einen BAZAR mit Info-und Verkaufsständen, Kinderprogramm und Kinder-Attraktionen.

Im Theatersaal läuft zur Veranstaltung ein Film-/ Videoprogramm mit Filmen u.a. von Kurt Frischknecht, Thomas Wilke, Angelique & Michael Pakleppa, Inka Jochum, Andrea Bakos und Stor Dubiné.

Infos zum Event finden Sie u.a. auf folgenden Websites:





Chinesische Sicherheitskräfte schießen auf Mönche des Klosters Dzogchen in Derge

22 07 2008

das kam eben per email rein…

Zuverlässigen Quellen zufolge sind bei einer Auseinandersetzung zwischen Sicherheitskräften und Mönchen des Klosters Dzogchen im Bezirk Derge (chin. Dege), Tibetisch-Autonome Präfektur (TAP) Kardze (chin. Ganzi), Provinz Sichuan, eine ganze Reihe von Mönchen verletzt worden.

Militäreinheiten, die seit dem 10. März 2008 im Kloster Dzogchen Quartier bezogen hatten, waren zum Zeitvertreib in den nahegelegenen Wäldern auf Jagd gegangen. Rücksichtslos jagten sie das Wild in einem Gebiet, das den tibetischen Nomaden aus Beyul Demo Jong (oder Dzogchen Rudham Lung) als eine heilige Stätte gilt. Die Soldaten verkleideten sich sogar als Tibeter, um kein Aufsehen zu erregen.

Da ein solches Verhalten sowohl den Gepflogenheiten und der Ethik der Tibeter widerspricht als auch eine Übertretung der örtlichen Gesetze darstellt, versuchte ein ortsansässiger Lama aus Rudham Lung, der sich gerade in Klausur befand, die Soldaten von der Jagd abzuhalten. Statt auf seine Mahnung zu hören, schlugen sie so brutal auf ihn ein, daß er beinahe gestorben wäre. Als die Mönche des Klosters Dzogchen von diesem Zwischenfall erfuhren, reichten sie am 18. Juli eine Beschwerde bei der Gemeindeverwaltung ein. Die Offiziellen wiesen diese jedoch zurück und stießen statt dessen Drohungen gegen sie aus. Bei dem darauf folgenden Tumult begannen die chinesischen Offiziellen auf die Mönche zu schießen, wobei viele von ihnen verletzt wurden, darunter auch Thromtha Khenpo Tsering Sangpo, derzeitiger Lopon (Lehrmeister oder Acharya) des Klosters. Viele der Mönche trugen Knochenbrüche davon. Es ist noch nicht bekannt, ob es bei dem Zwischenfall Todesopfer gegeben hat. Durch die Intervention von Kyabje Pema Kelsang und weiteren Lamas des Klosters kehrte schließlich wieder Ruhe ein. Dennoch bleibt die Situation aufgrund der Verstärkung der chinesischen Sicherheitskräfte angespannt. Das Kloster zählt rund 200 Mönche in seinen beiden Niederlassungen.

Den Mönchen und Nonnen der Klöster Trehor Chokri, Ngango und Kharser, alle im Bezirk Drango (chin. Luhuo) in der Tibetisch-Autonomen Präfektur (TAP) Kardze (chin. Ganzi), die auf eine Reihe von friedlichen Protestaktionen hin unter dem Druck der darauf durchgeführten „Patriotischen Erziehungs-Kampagne“ ihre
Klöster verließen, wurde nun von den örtlichen Behörden befohlen, in ihre jeweiligen Klöster zurückzukehren. Außer ein paar Klosterverwaltern und einigen älteren Mönchen sind diese Klöster vollkommen leer. Die Behörden bestellten nun alle höherrangigen Mönche und Verwaltungsräte der Klöster ein und beauftragten sie, dafür zu sorgen, daß die Mönche und Nonnen in ihre jeweiligen Klöster zurückkehren; anderenfalls hätten sie mit einer Bestrafung zu rechnen. In der Verlautbarung, die die Behörden kürzlich veröffentlicht haben, wurden sie zudem aufgefordert, für das Verhalten der Mönche und Nonnen in ihrer Obhut zu garantieren.

Bereits am 26. Juni veranstalteten die Mönche des Klosters Trewo Pal Ngagyur Khedrup Norsang Ling im Bezirk Drango (chin. Luhuo) eine friedliche Demonstration in der Gemeinde Dadho und verteilten dabei Flugblätter, auf denen sie ein unabhängiges Tibet forderten und Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama ein langes Leben wünschten. Sie riefen außerdem Slogans. Die Mönche wurden identifiziert als Khepa, Thinlay Dorje, Rinchen Dorje und Gonpo. Es gelang ihnen, zu flüchten, und es wird vermutet, daß sie sich in den nahegelegenen Bergen versteckt halten und den Behörden noch nicht in die Hände gefallen sind.

Angesichts der kritischen Situation in Tibet appellieren wir an die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft, sich dringend unserer folgenden
Forderungen anzunehmen:

1) unverzüglich unabhängige Untersuchungskommissionen nach Tibet zu entsenden;
2) unverzüglich der freien Presse Zugang zu ganz Tibet zu gewähren;
3) unverzüglich dem brutalen Morden in ganz Tibet ein Ende zu setzen;
4) unverzüglich für die sofortige Freilassung aller festgenommenen und verhafteten Tibeter zu sorgen;
5) unverzüglich die medizinische Versorgung der verletzten Tibeter zu ermöglichen;
6) die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Menschen und ihren Zugang zu lebensnotwendigen Gütern sicherzustellen.

Übersetzung: Melanie Pelka, Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching

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* Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
* Arbeitsgruppe München
* Adelheid Dönges, Packenreiterstr. 18, 81247 München
* Tel (+49 89) 811 35 74 oder (+49 40) 480 80 77 (Angelika Mensching)
* tibet(@)igfm-muenchen.de, www.igfm-muenchen.de/tibet/tibetstart.html
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Groteske Sicherheitsmassnahmen zum Schutz der Fackel in Tibet ­- Konsequenzen des Fackellaufes über das tibetische Hochplateau

30 04 2008

das kam eben per email…

Pressemitteilung, 26. April 2008

Groteske Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz des Fackellaufs durch Tibet

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Laut einer zuverlässigen Quelle wurden zum Schutz der Olympischen Fackel zusätzliche Armeeeinheiten in der Stärke von 3000 Mann in den Kreis Dingri verlegt. Eine Einheit von etwa hundert chinesischen Soldaten wurde nach Solukhumbu in die Bergregion im tibetisch-nepalesischen Grenzgebiet entsendet. All dies sind Vorbereitungen entlang der Route, auf der die Olympische Fackel im Mai durch Tibet getragen werden soll.

Wenn die Fackel in Tibet eintrifft, werden im Gebiet von Lhasa ganz offenkundig die Sicherheitsmaßnahmen enorm verstärkt werden. Obgleich es bisher noch keine offizielle Verlautbarung darüber gibt, lassen die auf Hochtouren laufenden Vorbereitungen keinen anderen Schluß zu. Die für die Sicherheit zuständige Abteilung der chinesischen Polizei hat bereits erklärt, daß an dem Tag, an dem die Fackel in Tibet ankäme, es keinem Tibeter gestattet werde, dort herumzulaufen.

Im Widerspruch hierzu hat die Tibetische Kommunistische Jugendorganisation lokalen Organisatoren den Auftrag erteilt, ein aufwendiges Fackelübergabe-Festival auf die Beine zu stellen. Etwa 20 000 Chinesen werden vor dem Potala Palast erwartet, um an dieser grandiosen Begrüßungszeremonie für die Fackel teilzunehmen und ein Gegengewicht gegen etwaige Demonstranten gegen den Fackellauf zu bilden. Die VR China zwingt die Tibeter weiterhin gegen ihren Willen zu der „patriotischen Umerziehung“. Die Weigerung der Tibeter, dabei mitzumachen, hat dazu geführt, daß viele nun schlimme Konsequenzen befürchten müssen.

Weiter erfuhren wir, daß die 40jährige Sherap Yangzo, die Frau von Guru Dorjee, gestorben ist. Sie wurde am 28. März festgenommen und später wieder freigelassen. Als sie aus Haft kam, wirkte sie psychisch gestört, sie wanderte einige Zeit ziellos umher, bis sie verstarb. Damit es nicht zu noch mehr erschreckenden Fällen dieser Art kommt, bitten die Tibeter in Tibet die internationale Gemeinschaft dringend um ihre Hilfe.

Auf Lhasa kommen weitere Eingriffe in die Freiheitsrechte zu, ab Mai werden Klosterschüler, die nicht als Bürger von Lhasa registriert sind sowie arbeitslose Tibeter aus der Stadt verbannt. Die in Kham und Amdo ansässigen Tibeter dürfen nicht nach U-Tsang (Zentraltibet) reisen, solange die Fackel durch die Autonome Region Tibet getragen wird.

Übersetzung: Angelika Mensching
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Botschaft Seiner Heiligkeit des Dalai Lama an alle Tibeter

9 04 2008

Auf der Website Chinadigitaltimes.net werden die Einträge aus dem Blog der in Peking lebenden tibetischen Schriftstellerin Tsering Woeser auf Englisch wiedergegeben. Es handelt sich um Updates der jüngsten Ereignisse in Tibet und den tibetischen Gebieten Chinas. Sie stammen aus Quellen innerhalb Chinas, können jedoch nicht verifiziert werden.

http://chinadigitaltimes.net/2008/04/tibet-update-2/

Hier ein besorgniserregender Eintrag:

„Es wurde bekannt, daß der Parteisekretär der Autonomen Region Tibet (TAR) am 2. April bei einer Sitzung, zu der Parteikader im Rang von mindestens Bezirksrichtern und Abteilungsleitern im Justizbereich in der TAR geladen waren, strenge Worte an diese richtete. Er sagte, sie sollten ihre Anstrengungen verstärken, um die „Separatisten“ zu verhaften. Deren Haftbefehle müßten zügig bestätigt werden, diese Leute sollten umgehend festgenommen werden, dann sollten sie strafrechtlich verfolgt und möglichst schnell getötet werden. Er wurde noch heftiger und erklärte, eine Gruppe von Leuten würde gewiß hingerichtet werden“.
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Department of Information & International Relations – Central Tibetan Administration
Dharamsala – 176215, India
Kontakt: Mr Thubten Samphel, Mr Sonam N Dagpo
Tel.: + 91 1892-222510, 224957, 224662, E-mail: diir@gov.tibet.net, www.tibet.net/en/diir/
6. April 2008

Botschaft Seiner Heiligkeit des Dalai Lama an alle Tibeter
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Ich entbiete allen Tibetern in Tibet meine herzlichsten Grüße und möchte hier einige meiner Überlegungen mit ihnen teilen:

1. Seit dem 10. März dieses Jahres sind wir Zeuge von Protesten und Demonstrationen in fast allen Teilen Tibets geworden, sogar in einigen Städten in China protestierten Studenten – all das ist der Ausbruch der seit langem angestauten äußeren und inneren Qualen der Tibeter und ihres Gefühls tiefer Verbitterung aufgrund der Unterdrückung der Rechte des tibetischen Volks, dem Mangel an religiöser Freiheit und des Versuchs, die Wahrheit bei jeder nur möglichen Gelegenheit zu entstellen: Dazu gehört z.B. die Aussage, die Tibeter blickten nun auf die Kommunistische Partei Chinas wie auf einen „Lebenden Buddha“. Dies ist eine ultralinke Behauptung, die von Han-Chauvinismus zeugt. Ich bin tief betrübt und besorgt über den Einsatz von Waffen und Gewalt bei der Unterdrückung der friedlich vorgebrachten Sehnsüchte des tibetischen Volkes, die Unruhen in ganz Tibet zur Folge hatten mit zahlreichen Toten, vielen weiteren Opfern, Festnahmen und Verletzungen. Eine solche Unterdrückung und solches Leid sind so verhängnisvoll und tragisch, dass jeder mitfühlende Mensch zu Tränen gerührt wird. Angesichts dieser tragischen Ereignisse fühle ich mich gänzlich hilflos.

2. Ich bete für alle Tibeter und auch für alle Chinesen, die in der jetzigen Krisenzeit ihr Leben verloren haben.

3. Die jüngsten Proteste in ganz Tibet widerlegen nicht nur die Propaganda der Volksrepublik China, dass, abgesehen von einigen wenigen „Reaktionären“ die Mehrheit der Tibeter zufrieden sei und ein Leben in Wohlstand führe, sondern führt sie ad absurdum. Diese Proteste haben ganz klar gezeigt, dass die Tibeter in den drei Provinzen Tibets, in U-tsang, in Kham und in Amdo, dieselben Hoffnungen und Sehnsüchte hegen. Diese Proteste sind eine Botschaft an die Welt, dass das Tibet-Problem nicht länger vernachlässigt werden darf. Diese Proteste zeigen, wie dringend notwendig es ist, das Problem auf dem Wege der „Wahrheitsfindung durch Fakten“ zu lösen. Der Mut und die Entschlossenheit jener Tibeter, die um der höheren Interessen des tibetischen Volkes willen ihrem bitteren Schmerz und ihrer Hoffnung Ausdruck verliehen und dabei alles aufs Spiel setzten, verdienen große Bewunderung, was die Weltgemeinschaft auch anerkannte und die Beweggründe dieser Tibeter unterstützte.

4. Ich schätze ganz besonders das Verhalten von vielen tibetischen Regierungsangestellten und von führenden Mitgliedern der Kommunistischen Partei, die, ohne ihre tibetische Identität aufzugeben, mit Entschlossenheit und Vernunft in der gegenwärtigen Krise das Richtige getan haben. Für die Zukunft bitte ich daher alle tibetischen Parteikader und Regierungsangestellten, nicht immer nur auf ihren persönlichen Vorteil zu achten, sondern sich für die Wahrung der eigentlichen Interessen Tibets einzusetzen, indem sie ihren Vorgesetzten in der Partei die tatsächlichen Gefühle des tibetischen Volkes vermitteln und versuchen sollten, dem tibetischen Volk eine unvoreingenommene Führung zu geben.

5. Präsidenten, Ministerpräsidenten, Außenminister, Nobelpreisträger, Parlamentarier und besorgte Bürger aus allen Teilen der Welt wandten sich mit klaren und deutlichen Worten an die chinesische Führung, von ihrem gegenwärtigen harten Vorgehen gegen das tibetische Volk Abstand zu nehmen. Sie alle legten der chinesischen Regierung nahe, einen Weg einzuschlagen, auf dem eine für beide Seiten nutzbringende Lösung gefunden werden könnte. Wir sollten uns nun eine Möglichkeit dafür schaffen, dass ihre Bemühungen positive Ergebnisse hervorbringen können. Ich bin mir dessen bewusst, daß Ihr Euch in jeder Hinsicht herausgefordert fühlt, aber es ist wichtig, dass wir uns an unserer gewaltfreien Praxis festhalten.

6. Die chinesische Regierung hat die falschen Anschuldigungen gegen mich und die Tibetische Zentralverwaltung erhoben, wir hätten die jüngsten Ereignisse in Tibet angestiftet und gelenkt. Derartige Vorwürfe entbehren jeglichen Wahrheitsgehaltes. Ich habe wiederholt vorgeschlagen, dass ein unabhängiges und renommiertes internationales Gremium eine vollständige Untersuchung der Angelegenheit vornehmen soll. Ich bin überzeugt, dass ein solches unabhängiges Gremium die Wahrheit aufdecken wird. Wenn die Volksrepublik China auch nur die geringste Grundlage für ihre Anschuldigungen hat und Beweise dafür beibringen kann, dann möge sie diese vor der Welt offenlegen. Es reicht nicht, bloße Behauptungen aufzustellen.

7. Was die Zukunft Tibets betrifft, so habe ich beschlossen, eine Lösung innerhalb des Rahmens der Volksrepublik China zu finden. Seit 1974 habe ich mich unermüdlich für den beiderseits vorteilhaften Mittleren Weg eingesetzt. Das weiß die ganze Welt. Der Vorschlag des Mittleren Weges bedeutet, dass alle Tibeter einer gleichen Verwaltung unterstehen, die eine substantielle nationale regionale Autonomie genießt mit allem, was damit zusammenhängt, also mit Selbstverwaltung und voller Entscheidungsbefugnis, ausgenommen in Angelegenheiten der Außenpolitik und der nationalen Verteidigung. Ich habe aber von Anfang an gesagt, dass die Tibeter in Tibet das Recht haben, die endgültige Entscheidung über die Zukunft Tibets zu treffen.

8. Die Austragung der Olympischen Spiele in diesem Jahr ist etwas, worauf das 1,2 Milliarden zählende chinesische Volk sehr stolz ist. Von Anfang an habe ich mich für die Austragung der Spiele in Peking eingesetzt. Meine Position in dieser Hinsicht bleibt unverändert. Ich meine, dass die Tibeter die Spiele nicht behindern sollten. Einerseits ist es das legitime Recht eines jeden Tibeters, für seine Freiheit und seine Rechte zu kämpfen. Andererseits wäre es zwecklos und würde niemandem nützen, wenn wir etwas täten, was die Chinesen mit Hass erfüllte. Im Gegenteil, wir müssen Vertrauen und Achtung in unseren Herzen hegen, um eine harmonische Gesellschaft zu schaffen – denn diese kann nicht erbaut werden auf der Basis von Gewalt und Einschüchterung

9. Unser Kampf gilt nur einigen wenigen in der Führungsspitze der Volksrepublik China, aber nicht dem chinesischen Volk. Daher sollten wir versuchen, niemals Missverständnisse entstehen zu lassen oder etwas zu tun, was das chinesische Volk verletzen könnte. Selbst in dieser schwierigen Lage haben uns viele chinesische Intellektuelle, Schriftsteller und Rechtsanwälte in China selbst und in anderen Teilen der Welt ihrer Sympathie versichert und ihre Solidarität mit uns bekundet, indem sie Erklärungen abgaben, Artikel verfassten und uns ihre Unterstützung zusicherten, was einfach überwältigend ist. Ich habe kürzlich, am 28. März, einen Appell an das chinesische Volk auf der ganzen Welt gerichtet, von dem ich hoffe, daß Ihr ihn hören und lesen werdet.

10. Wenn die gegenwärtige Lage in Tibet anhält, dann mache ich mir sehr große Sorgen, dass die chinesische Regierung mit noch mehr Gewalt vorgehen und die Unterdrückung des tibetischen Volkes verstärken wird. Angesichts meiner moralischen Verpflichtung und meiner Verantwortung gegenüber dem tibetischen Volk habe ich die zuständigen Führer der VR China aufgefordert, ihre Unterdrückungspolitik in allen Teilen Tibets unverzüglich einzustellen und ihre bewaffneten Polizeieinheiten und Truppen abzuziehen. Wenn dies Gehör fände, würde ich die Tibeter bitten, von allen weiteren Protesten Abstand zu nehmen.

11. Ich möchte meine tibetischen Landsleute, die außerhalb Tibets in Freiheit leben, bitten, außerordentliche Umsicht walten zulassen, wenn sie ihre Empfindungen über die Entwicklung in Tibet zum Ausdruck bringen. Wir sollten uns auf keine Aktivitäten einlassen, die auch nur entfernt als gewalttätig interpretiert werden könnten. Selbst in einer so provokanten Situation wie dieser dürfen wir nicht zulassen, dass unsere kostbarsten und sorgsam gehüteten Werte kompromittiert werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass unser gewaltfreier Weg zum Erfolg führen wird. Wir sollten uns bemühen zu verstehen, woher die beispiellose Sympathie und Unterstützung für unsere Sache rührt.

12. Da Tibet derzeit praktisch abgeriegelt ist und internationalen Medien kein Zugang gewährt wird, hege ich Zweifel, ob meine Botschaft die Tibeter in Tibet erreichen wird. Ab er ich hoffe, dass sie durch die Medien und durch Mundpropaganda die Mehrheit von Euch erreichen wird.

13. Zum Schluß möchte ich noch ein weiteres Mal alle Tibeter dazu aufrufen, Gewaltlosigkeit zu üben und auf keinen Fall von diesem Weg abzuweichen, wie ernst die Lage auch sein möge.

Der Dalai Lama
Dharamsala, 6. April 2008

Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching, MoKa
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