Inhaftierter tibetischer Verleger wird mit internationalem Preis für „Publikationsfreiheit“ ausgezeichnet (Phayul)

20 04 2009

das kam eben per email rein

www.phayul.com, 17. April 2009

Inhaftierter tibetischer Buchdrucker und Verleger wird mit internationalem Preis für „Publikationsfreiheit“ ausgezeichnet
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Paljor Norbu, ein 81jähriger tibetischer Drucker und Publizist, der sich gegenwärtig in chinesischem Gewahrsam in Tibet befindet, wurde zum Träger des Jeri Laber Preises 2009 für „Publikationsfreiheit“ ernannt.

Wie das Internationale Komitee für Publikationsfreiheit von Association of American Publishers (AAP), dem Verlegerverband, bekanntgab, wird Paljor Norbu, der in Tibet im Gefängnis sitzt, für seinen unermüdlichen Einsatz für die tibetische Kultur und das Verlagswesen trotz gewaltiger politischer Hindernisse und persönlicher Gefahren im Verlauf eines halben Jahrhunderts gewürdigt.

Paljor Norbu wird am 28. April bei der Jahres-Gala des PEN im Museum für Naturgeschichte in New York offiziell mit diesem jährlich verliehenen Preis ausgezeichnet werden.

Am 31. Oktober des vergangenen Jahres, sechs Monate nach größeren anti-chinesischen Unruhen in der tibetischen Hauptstadt, wurde Paljor Norbu von der Polizei in seiner Wohnung in Lhasa festgenommen, weil er angeblich  „verbotenes Material“, darunter auch die tibetische Nationalflagge, gedruckt hatte. Es ist die vierte Verhaftung im Laufe seiner langen Karriere. Im November wurde er in einem geheimen Verfahren zu sieben Jahren Haft verurteilt. Weder seine Familie noch seine Freunde wissen, wo er sich befindet.

„Die strafrechtliche Verfolgung von Paljor Norbu, der sich seit sieben Jahrzehnten durch seine Arbeit als Buchdrucker und Verleger für die Erhaltung der tibetischen Kultur eingesetzt hat, macht wieder einmal Chinas unerbittliche Politik deutlich, die auf die Unterjochung des Landes, die Einengung seiner Kultur und Unterdrückung der Freiheit der Meinungsäußerung gerichtet ist“, sagte Hal Fessenden, der Vorsitzende des International Freedom to Publish Committee (IFTPC) während der Ankündigung der Auszeichnung.

„Das IFTPC kritisiert scharf die Art und Weise, wie China im Falle von Paljor Norbu seine eigenen Gesetze verletzt: Die Anklage war ausgesprochen vage gehalten, der Angeklagte erhielt keinen Rechtsbeistand, die Verurteilung erfolgte hinter verschlossenen Türen und die Familie wird über seinen Aufenthaltsort im Dunkeln gelassen. Wir schließen uns der internationalen Gemeinschaft an und würdigen Paljor Norbus Einsatz für die Bewahrung einer gefährdeten Kultur, indem er für die Verbreitung des geschriebenen und gedruckten Wortes sorgte. Wir fordern, daß er von allen Anklagen entlastet und sofort freigelassen wird“.

Durch diese Auszeichnung für internationale Publikationsfreiheit wird einem Verleger außerhalb der Vereinigten Staaten gehuldigt, der angesichts politischer Verfolgung und schwerer Einschränkungen der Meinungsäußerung Mut und Stärke gezeigt hat. Der Preis trägt den Namen von Jeri Laber, einem Gründungsmitglied des IFTPC und einem kompetenten Ratgeber des Komitees seit 25 Jahren.

Paljor Norbus Geschichte (Auszug aus der Presseveröffentlichung des IFTPC):

Paljor Norbu ist ein 81jähriger tibetischer Drucker und Verleger aus Lhasa. Obwohl er sich selbst nicht schriftstellerisch betätigte, spielte er eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung der traditionellen tibetischen Drucktechniken und der Herausgabe populärer religiöser Schriften. Einer altehrwürdigen Familie, die seit Generationen buddhistische Texte für Klöster druckt und veröffentlicht, entstammend, ist Paljor Norbu als Meisterdrucker berühmt und genießt in Lhasa großes Ansehen. In seiner Werkstatt, die mehrere Dutzend Arbeiter beschäftigte, arbeitete er mit den traditionellen Blockdrucktechniken. Außer den religiösen Texten wurden dort Bücher, Gebetsfähnchen, Papierrollen für Gebetszylinder, traditionelle Almanache, rituelle Texte und andere Objekte gedruckt.

Paljor Norbu, einer der wenigen Meister in der traditionellen Druckkunst, wurde in Mongka Kyang im Dorf Nyemo westlich von Lhasa geboren und mit 11 Jahren Druckereilehrling. Später, als er erwachsen war, arbeitete er als Drucker für die tibetische Regierung in Lhasa und stand außerdem mehreren bedeutenden Klöstern bei der Herstellung von Texten mit Druckstöcken bei. So besorgte er den Druck eines kompletten Satzes der 224 Bände des berühmten Narthang Tengyur, einer der Haupteditionen der Kommentare des buddhistischen Kanons. 1959, als der Volksaufstand gegen die chinesische Regierung ausbrach, war er 31 Jahre alt. Er war der Sekretär der Druckerinnung, die im Auftrag der tibetischen Regierung tätig war, und wurde daher als „Rebell“ klassifiziert und für einige Zeit ins Gefängnis gesteckt. In den 60er und 70er Jahren, als die Kulturrevolution wütete, kam es zu heftigen Angriffen auf alle traditionellen und kulturellen Werte der Tibeter, und religiöse Artefakte und Texte wurden vernichtet. Hölzerne Druckstöcke wurden verbrannt und das Drucken von Texten, ausgenommen solcher rein politischen Inhalts, war verboten. Trotzdem schnitzten die Druckermeister insgeheim Druckstöcke und versteckten sie anschließend. Nach Maos Tod 1976 konnte Paljor Norbu zu seiner Tätigkeit als Druckermeister zurückkehren.

1987 verschlechterte sich die Lage in Tibet wieder nach einer Reihe von Demonstrationen in Lhasa, die sich gegen die Herrschaft der Chinesen richteten. Paljor Norbu wurde Anfang der 90er Jahre zweimal unter dem Verdacht festgenommen, die Proteste zu unterstützen und verbotene Literatur zu drucken, aber jedes Mal ohne Anklageerhebung wieder freigelassen.

Am 31. Oktober 2008, sechs Monate nach den Unruhen in der tibetischen Hauptstadt, wurde er zum vierten Mal in seinem Leben von der Polizei abgeführt. Mitten in der Nacht nahmen sie ihn fest und ließen die Familie darüber in Unkenntnis, wohin er gebracht wurde. Die Polizei ließ die Werkstatt schließen, brachte Vermerke über die behördliche Schließung an den Türen an und verbot den Angestellten die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz. Bis heute haben die Behörden die Familie nicht darüber informiert, wo er inhaftiert ist, wann er vor Gericht gestellt wurde und welche Anklagen gegen ihn erhoben wurden. Wahrscheinlich wird er beschuldigt „verbotenes Material“ gedruckt zu haben, womit Gebete für den Dalai Lama oder die tibetische Nationalflagge gemeint sind, die in China verboten sind. Im November wurde er insgeheim vor Gericht gestellt und inoffiziellen Quellen aus Lhasa zufolge zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Man weiß nichts über seinen gesundheitlichen Zustand oder seinen Verbleib.

Obwohl Einzelheiten der Anklage und des Urteils nicht veröffentlicht wurden, lassen die Art der ursprünglichen Beschuldigung und die Länge des Urteils darauf schließen, daß er der „Aufhetzung zum Separatismus“ (Art. 103 des Strafgesetzes) angeklagt wurde. Dieses vage definierte Verbrechen wird immer wieder herangezogen, um Tibeter zum Schweigen zu bringen, die sich der willkürlichen Beschränkung ihrer Ausdrucksfreiheit durch das chinesische Gesetz widersetzen. Paljor Norbus Familie hat diesbezüglich schon viel durchgemacht: Zwei seiner Söhne saßen bereits drei Jahre im Gefängnis wegen gewaltloser Aktivitäten, die vom Staat jedoch als politisch und kriminell angesehen werden – einer weil er 1989 Kindern ein verbotenes Lied beigebracht hat und ein anderer, weil er 1999 dem Karmapa bei seiner Flucht nach Indien behilflich war.

Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching
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„China regiert die Tibeter mit eiserner Faust“ – zweiter Teil

1 12 2008
www.phayul.com, 10. November 2008
China regiert die Tibeter mit eiserner Faust

-

Wir senden hier den zweiten Teil einer nicht-autorisierten Übersetzung eines
der seltenen Berichte dieser Tage eines Journalisten aus Lhasa, der in The 
Weekend Australian erschien und von Phayul übernommen wurde:

Es gibt Anzeichen dafür, daß einige chinesische Offizielle ihren Fehler
erkennen, sich in der Vergangenheit zu sehr auf den Aufbau der Infrastruktur
und nicht auf die Tibeter selbst konzentriert zu haben. „Das Bildungswesen
in Tibet ist noch immer nicht zufriedenstellend“, sagte Wang Jinjun,
stellvertretender Direktor des Informationsbüros des Staatsrates. „Wir
werden uns nun mehr mit den Hirten und Bauern befassen müssen.“

An der wirtschaftlichen Notlage der Tibeter hat sich auf den Volksaufstand
vom Frühling dieses Jahres hin nichts geändert, aber den Tourismus in Tibet
hätte er fast zum Erliegen gebracht. Geschäfte und Cafés sind leer, und es
ist kaum ein ausländischer Tourist in der Stadt zu sehen.

„Die Tibeter haben sich dies nur selbst zuzuschreiben“, sagte Wang De Wen
vom tibetischen Volkskongreß, „weil so viele von ihnen bei den Krawallen
mitgemacht haben, bei denen 1317 Menschen festgenommen wurden.“

„Diese Tumulte wurden von den Tibet-Separatisten organisiert, an deren
Spitze der Dalai Lama und seine Anhänger stehen, die den großen Sprung
vorwärts in der Entwicklung Tibets nicht wahrhaben wollen. Sie haben die
Gewaltausbrüche angezettelt, die ganze mutwillige Zerstörung, die Plünderei
und das Anzünden von Geschäften“, sagte er. „Diese Ausschreitungen haben der
Wirtschaft einen verheerenden Schaden zugefügt, der seit sich März auf 320
Millionen Yuan (70 Millionen $) beläuft.“

Der stellv. Generalsekretär des tibetischen Volkskongresses, Tonga, wollte
sich nicht zu den nach den Unruhen verhafteten Personen äußern, behauptete
aber, die meisten der Tibeter, die in die Ausschreitungen involviert waren,
bereuten nun ihre Taten. „Nach unserer Erziehungsmaßnahme bereuen die
meisten von ihnen, was sie getan haben.“ Auf die weitere Frage hin, was das
zu bedeuten habe, erwiderte er: „Ein maßgeblicher Regierungsbeamter
unterrichtete sie darüber, was richtig und was falsch ist“.

Tibetische Beamte, mit denen wir sprachen, wiesen alle Behauptungen zurück,
daß die Religionsfreiheit der Tibeter extrem eingeschränkt sei. Der Leiter
des Büros für religiöse Angelegenheiten der Autonomen Region Tibet (TAR),
Kalsang, leugnete die im Westen weithin verbreitete Ansicht, tibetische
Mönche müßten als Teil des „Erziehungsprogramms“ in den Klöstern Seine
Heiligkeit den Dalai Lama schmähen.

Ihm widersprach teilweise einige Tage später Wang Jinjun, der zugab, daß
Mönchen in Tibet in „Informations-Programmen über Gesetzeskunde“ beigebracht
werde, Religion und Politik nicht miteinander zu vermischen.

Der erstaunlichste Aspekt bei den Zusammentreffen mit den chinesischen
Beamten war das Ausmaß ihrer Feindseligkeit gegenüber dem Dalai Lama, der,
zusammen mit der tibetischen Regierung-im-Exil beschuldigt wird, den
Aufstand geschürt und die tibetische Sache im Westen zu einer cause celebre
gemacht zu haben.

Die chinesische Regierung betrachtet die ständig wiederholten Beteuerungen
des Dalai Lama, daß er nur größere Autonomie für Tibet innerhalb Chinas,
nicht aber die Unabhängigkeit anstrebe, als nicht der Wahrheit entsprechend.

Als ich frage, ob die Probleme Chinas in Tibet geringer würden, wenn Tibet
mehr Autonomie zugestanden würde, während China gleichzeitig die nationale
Kontrolle über die Region beibehalten würde, machte Wang Jinjun eine
ablehnende Geste und sagte, so etwas würde Tibet in den Status des
Feudalismus zurücksinken lassen. „Tibet darf nie wieder in den Zustand einer
rückständigen Gesellschaft unter theokratischer Herrschaft zurückfallen“,
sagte er.

Von der menschlichem Dimension dieses verfahrenen Problems kann man bei
einem Spaziergang durch Lhasa einen Eindruck gewinnen, wo ich an meinem
letzten Tag eine Gruppe Tibeterinnen beobachtete, die ihre Babies auf den
Rücken gebunden hatten und schwatzen und lachten – unter den wachsamen Augen
eines Scharfschützen auf einem Dach!(Cameron Stewart, The Weekend
Australian), Fortsetzung folgt.

Der gesamte Bericht steht auf unserer Website unter:
http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2008/TheWeekendAustralian.html

Übersetzung: Melanie Pelka, Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching
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Immer mehr Faelle von „Verschwindenlassen“ werden bestaetigt (TCHRD)

29 09 2008
Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD) Top Floor, Narthang Building, Gangchen Kyishong, Dharamsala 176215, H.P., India, phone/fax: +91 1892 223363 / 225874 / 229225, e-mail: office(@)tchrd.org, www.tchrd.org

Pressemitteilung, 25. September 2008

Immer mehr Fälle von „Verschwindenlassen“ werden bestätigt

Nachdem es seit dem 10. März 2008 zu massiven Demonstrationen auf dem tibetischen Hochland gekommen war, werden allmählich immer mehr Fälle bekannt, wo es darum geht, daß Personen unfreiwillig und spurlos verschwunden sind. Man weiß von mindestens 1000 Tibetern, über deren Verbleib und Befinden ihre Angehörigen oder die Klöster, denen sie angehören, keinerlei Kenntnis haben.

Das Schicksal von 80 Mönchen des Klosters Drepung am Rand der Stadt Lhasa ist selbst Monate nach der grausamen Niederschlagung der März-Proteste noch unbekannt. Drepung, das in der Vergangenheit eines der Hauptzentren des politischen Dissenses war, spielte auch bei den Protesten in Lhasa eine führende Rolle.

Wie inzwischen bekannt wurde, beherbergten die drei Großklöster eine beachtliche Zahl an Mönchen aus Amdo und Kham (von außerhalb der TAR also), die sich dort vorübergehend zu Studienzwecken aufhielten, aber keine offiziellen Registrierungsausweise besaßen. Die chinesischen Behörden in Tibet haben es besonders auf diese Mönche von außerhalb der TAR abgesehen und weisen sie aus. Auch Lobsang, ein Mönch des Klosters Drepung, der ursprünglich aus dem Kreis Lhatse, Präfektur Shigatse, stammt, verschwand nach den Protesten vom März, und seither fehlt von ihm jede Spur.

Ebenso ist ein ehemaliger Schüler des Tibetischen SOS-Kinderdorfs [Dharamsala], Migmar Dhondup, seit den März-Protesten in Lhasa verschwunden. Migmar Dhondup, der aus dem Kreis Dingri (chin. Tingri Xian), Präfektur Shigatse, TAR, stammt, schloß 1995 seine Ausbildung als Kaufmann ab. Einer zuverlässigen Quelle zufolge arbeitete er, so wie etliche andere Exilrückkehrer, in Lhasa als Touristenführer, bis er im März verschwand. Es ist nicht klar, ob er an den Demonstrationen beteiligt war oder nicht, aber seine Angehörigen und Freunde haben seitdem nichts mehr von ihm gehört.

Auch Thabkhey und Tsundue vom Kloster Labrang, die am 7. April vor ausländischen Medienvertretern, die sich auf einer staatlich organisierten Reise im Bezirk Sangchu (chin. Xiahe Yian), Provinz Gansu, befanden, beherzt ihre Meinung kundtaten, verschwanden kurz nach ihrem mutigen Auftritt und wurden seither nicht mehr gesehen. Dortige Anwohner befürchten nun, daß das Sicherheitspersonal sie insgeheim gepackt und entführt habe. Obwohl die Familien der Mönche immer wieder bei dem örtlichen Public Security Bureau (PSB) nachfragten, wo sie verblieben seien, tun die Behörden so, als wüßten sie nichts von den beiden. Bis zum heutigen Tag wurde weder ihren Angehörigen noch ihrem Kloster mitgeteilt, wohin sie gebracht wurden oder in welcher Haftanstalt sie sich befinden.

Von den zahlreichen Fällen des unfreiwilligen Verschwindens von Tibetern seit den Demonstrationen vom März sind ein paar ans Licht gekommen, jedoch erst Monate nach ihrer willkürlichen Festnahme. So stellte sich heraus, daß eine Verschwundene verstorben war, aber erst nachdem zwei ihrer Kolleginnen gerichtlich verurteilt wurden. Guru, eine 25jährige Nonne des Klosters Samtenling oder Watak im Bezirk Drango, TAP Kardze, Provinz Sichuan, die bei den Juni-Protesten in Drango mitgemacht hatte, war seitdem verschwunden; erst als zwei ihrer Gefährtinnen, Tsering Tso, 27, und Ugyen Lhamo, 32, von dem Mittleren Volksgericht zu zwei Jahren Haft verurteilt wurden, erfuhr man, daß sie nicht mehr am Leben ist. Das Schicksal von Guru zeigt, daß ein erzwungenes Verschwinden oft mit dem Tod der betreffenden Person gleichzusetzen ist.

Das TCHRD bringt seine große Sorge über diejenigen Tibeter zum Ausdruck, die willkürlich festgenommen wurden und seit den März-Protesten verschwunden sind. Es appelliert an die internationale Gemeinschaft, mehr Druck auf die Regierung der VRC auszuüben, Auskunft über ihren Verbleib und ihren Zustand zu geben. Das Zentrum bittet auch die UN-Arbeitsgruppe für das Verschwindenlassen von Personen (UN Working Group on Enforced and Involuntary Disappearance/UNWGEID), sich dieser dringenden Angelegenheit anzunehmen und um der verschwundenen Tibeter willen zu intervenieren. Es fordert ebenso ein Ende des Leidens, das durch diese grausame Praxis, mittels derer die politisch Andersdenkenden und ihre Familien in Tibet zum Schweigen gebracht werden, herbeigeführt wird.

Das Zentrum erinnert an das Recht eines jeden Menschen auf Leben, Freiheit und Würde und folglich auf das Recht, vor Entführung geschützt zu sein. Der wesentliche Wert der menschlichen Existenz besteht darin, ein Leben in Freiheit zu führen, ohne Beeinträchtigung der eigenen Rechte oder Ansprüche, ohne diskriminiert zu werden oder Schaden zu erleiden, so wie es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte [Art. 7] steht. Verschwindenlassen bedeutet nicht nur eine Verletzung dieses grundlegenden Menschenrechts, indem es einen Menschen der Schutzsphäre des Gesetzes physisch entzieht, sondern es nimmt den Angehörigen der entführten Person auch das Recht, die Wahrheit zu erfahren und Gerechtigkeit zu suchen.

Die Regierung der VRC hat das Internationale Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen, das am 20. Dezember 2006 von der Vollversammlung der UNO verabschiedet wurde, immer noch nicht unterzeichnet, geschweige denn ratifiziert. Das TCHRD ruft die VRC auf, dieses wichtige internationale Abkommen zu unterzeichnen und zu ratifizieren, und gleichzeitig im eigenen Lande ein Gesetz zu erlassen, das Verschwindenlassen unter Strafe stellt.

Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching

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see also: More cases of Enforced and Involuntary Disappearance surfaces from Tibet

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Chinesische Sicherheitskräfte schießen auf Mönche des Klosters Dzogchen in Derge

22 07 2008

das kam eben per email rein…

Zuverlässigen Quellen zufolge sind bei einer Auseinandersetzung zwischen Sicherheitskräften und Mönchen des Klosters Dzogchen im Bezirk Derge (chin. Dege), Tibetisch-Autonome Präfektur (TAP) Kardze (chin. Ganzi), Provinz Sichuan, eine ganze Reihe von Mönchen verletzt worden.

Militäreinheiten, die seit dem 10. März 2008 im Kloster Dzogchen Quartier bezogen hatten, waren zum Zeitvertreib in den nahegelegenen Wäldern auf Jagd gegangen. Rücksichtslos jagten sie das Wild in einem Gebiet, das den tibetischen Nomaden aus Beyul Demo Jong (oder Dzogchen Rudham Lung) als eine heilige Stätte gilt. Die Soldaten verkleideten sich sogar als Tibeter, um kein Aufsehen zu erregen.

Da ein solches Verhalten sowohl den Gepflogenheiten und der Ethik der Tibeter widerspricht als auch eine Übertretung der örtlichen Gesetze darstellt, versuchte ein ortsansässiger Lama aus Rudham Lung, der sich gerade in Klausur befand, die Soldaten von der Jagd abzuhalten. Statt auf seine Mahnung zu hören, schlugen sie so brutal auf ihn ein, daß er beinahe gestorben wäre. Als die Mönche des Klosters Dzogchen von diesem Zwischenfall erfuhren, reichten sie am 18. Juli eine Beschwerde bei der Gemeindeverwaltung ein. Die Offiziellen wiesen diese jedoch zurück und stießen statt dessen Drohungen gegen sie aus. Bei dem darauf folgenden Tumult begannen die chinesischen Offiziellen auf die Mönche zu schießen, wobei viele von ihnen verletzt wurden, darunter auch Thromtha Khenpo Tsering Sangpo, derzeitiger Lopon (Lehrmeister oder Acharya) des Klosters. Viele der Mönche trugen Knochenbrüche davon. Es ist noch nicht bekannt, ob es bei dem Zwischenfall Todesopfer gegeben hat. Durch die Intervention von Kyabje Pema Kelsang und weiteren Lamas des Klosters kehrte schließlich wieder Ruhe ein. Dennoch bleibt die Situation aufgrund der Verstärkung der chinesischen Sicherheitskräfte angespannt. Das Kloster zählt rund 200 Mönche in seinen beiden Niederlassungen.

Den Mönchen und Nonnen der Klöster Trehor Chokri, Ngango und Kharser, alle im Bezirk Drango (chin. Luhuo) in der Tibetisch-Autonomen Präfektur (TAP) Kardze (chin. Ganzi), die auf eine Reihe von friedlichen Protestaktionen hin unter dem Druck der darauf durchgeführten „Patriotischen Erziehungs-Kampagne“ ihre
Klöster verließen, wurde nun von den örtlichen Behörden befohlen, in ihre jeweiligen Klöster zurückzukehren. Außer ein paar Klosterverwaltern und einigen älteren Mönchen sind diese Klöster vollkommen leer. Die Behörden bestellten nun alle höherrangigen Mönche und Verwaltungsräte der Klöster ein und beauftragten sie, dafür zu sorgen, daß die Mönche und Nonnen in ihre jeweiligen Klöster zurückkehren; anderenfalls hätten sie mit einer Bestrafung zu rechnen. In der Verlautbarung, die die Behörden kürzlich veröffentlicht haben, wurden sie zudem aufgefordert, für das Verhalten der Mönche und Nonnen in ihrer Obhut zu garantieren.

Bereits am 26. Juni veranstalteten die Mönche des Klosters Trewo Pal Ngagyur Khedrup Norsang Ling im Bezirk Drango (chin. Luhuo) eine friedliche Demonstration in der Gemeinde Dadho und verteilten dabei Flugblätter, auf denen sie ein unabhängiges Tibet forderten und Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama ein langes Leben wünschten. Sie riefen außerdem Slogans. Die Mönche wurden identifiziert als Khepa, Thinlay Dorje, Rinchen Dorje und Gonpo. Es gelang ihnen, zu flüchten, und es wird vermutet, daß sie sich in den nahegelegenen Bergen versteckt halten und den Behörden noch nicht in die Hände gefallen sind.

Angesichts der kritischen Situation in Tibet appellieren wir an die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft, sich dringend unserer folgenden
Forderungen anzunehmen:

1) unverzüglich unabhängige Untersuchungskommissionen nach Tibet zu entsenden;
2) unverzüglich der freien Presse Zugang zu ganz Tibet zu gewähren;
3) unverzüglich dem brutalen Morden in ganz Tibet ein Ende zu setzen;
4) unverzüglich für die sofortige Freilassung aller festgenommenen und verhafteten Tibeter zu sorgen;
5) unverzüglich die medizinische Versorgung der verletzten Tibeter zu ermöglichen;
6) die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Menschen und ihren Zugang zu lebensnotwendigen Gütern sicherzustellen.

Übersetzung: Melanie Pelka, Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching

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Situation in Tibet verschlechtert sich – Angst, es könne noch schlimmer kommen

21 04 2008

Presseerklärung des Kalon Tripa* Prof. Samdhong Rinpoche zur Situation in
Tibet

Freitag, 18. April 2008 (Original siehe: www.tibet.net)

Situation in Tibet verschlechtert sich – Angst, es könne noch schlimmer kommen
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Seit dem 10. März 2008 hat es weit verbreitete Proteste in allen Gebieten von U-Tsang, Kham und Amdo gegeben, sowie in verschiedenen Städten in
China, in denen Tibeter leben. Diese Proteste sind ein Ausbruch der seit fünf Jahrzehnten in den Herzen des tibetischen Volkes entstandenen
Unzufriedenheit und der tief verwurzelten Verbitterung angesichts der exzessiven Unterdrückung und der falschen Reaktion auf die friedlichen
Proteste einer kleinen Zahl von Mönchen und Bürgern an verschiedenen Orten in und außerhalb der „TAR“ am 10. März 2008. [Tibetan Autonomous Region = Autonome Region Tibet, A.d.Ü.]

Der 10. März ist ein historischer Tag für das tibetische Volk. Jedes Jahr gibt es irgendeine friedliche Demonstration, die aber nicht über diesen Tag
hinausgeht. In diesem Jahr jedoch gingen die Proteste aufgrund der unnötig repressiven Maßnahmen und des Einsatzes von Gewalt in den folgenden Tagen weiter.

Wenn die chinesische Regierung durch Einsatz von Gewalt Frieden und Ordnung in Tibet hätte aufrechterhalten wollen, so hätte sie das innerhalb eines
Tages erreichen können. Aber selbst nach fünf Wochen ist noch keine Normalität eingekehrt, und Tag für Tag kommt es zu weiteren Protesten und
Unterdrückungsmaßnahmen. Das weckt Argwohn bezüglich der Absichten der chinesischen Regierung. Unter den vielen fragwürdigen Begebenheiten fallen folgende auf:

• Am 14. März wurden in Lhasa mehrere Stunden lang ungewöhnliche Unruhen geduldet, ohne dass die Behörden irgendwelche Präventivmaßnahmen ergriffen.

• Die Mehrzahl der Demonstranten, die an diesem Tag an gewalttätigen Aktionen beteiligt waren, war der ortansässigen Bevölkerung unbekannt.
Insbesondere kam es vor, dass Leute gesehen haben, wie chinesische Polizisten in tibetischer Kleidung und in Mönchsroben bei den Protesten die
führende Rolle einnahmen.

• Die chinesische Regierung behauptet, in einigen tibetischen Klöstern Gewehre und Munition gefunden zu haben. Diese Behauptung gründet darauf, dass sie einige unbrauchbare selbstgefertigte Gewehre und Schwerter entdeckt haben, die den Räumen der Schutzgottheiten (Gonkhang) der Klöster
als Opfergaben dargebracht worden waren. In einigen anderen Fällen hat das Militär selbst Waffen und Munition in die Klöster geschafft. Später haben
sie dann behauptet, diese in den Klöstern gefunden zu haben, und die Tibeter beschuldigt, auf dem Klostergelände Waffen und Munition zu horten.

• Die chinesische Regierung behauptet auch, dass tibetische Unabhängigkeitskräfte planen, Selbstmordangriffe zu begehen.

• Sie beschuldigen einige Mönche, eine Bombe zur Explosion gebracht zu haben, die ein Gebäude in Chamdo in Osttibet beschädigte. Die Regierung
ist immer noch gefordert, dafür irgendeinen überzeugenden Beweis zu erbringen.

• Patriotische Umerziehungsmaßnahmen sind wieder eingeführt worden, und Klöster und Privathaushalte wurden angewiesen, auf ihren Gebäuden die chinesische Nationalflagge zu hissen.

• Überall werden in aller Härte Anti-Dalai-Lama-Kampagnen durchgeführt. Das verletzt die Gefühle des tibetischen Volkes am meisten.

• Die Volksrepublik China (VRCh) bemüht sich systematisch und zielstrebig, zwischen dem tibetischen und dem chinesischen Volk eine Kluft
zu schaffen. Das geschieht durch eine großangelegte Propaganda, die im chinesischen Volk den Nationalismus und den Hass auf die „Dalai Clique“
schürt.

Diese Aktionen sind nicht hilfreich, wenn es darum geht, inneren Frieden und soziale Ordnung in Tibet wiederherzustellen. Im Gegenteil, sie werden
von den Tibetern als sehr provozierend empfunden, weil sie ihre Gefühle auf das Gröbste verletzen. All diese Handlungen scheinen darauf abzuzielen, die Duldsamkeit des tibetischen Volkes zu untergraben und die Tibeter zu gewalttätigen Gegenaktionen zu provozieren. Sie weisen auch darauf hin,
dass verschiedene Behörden der VRCh planen, weitere Bombenanschläge und andere destruktive Akte zu begehen und die unschuldigen Tibeter dann für diese Aktionen verantwortlich zu machen.

Wir sind in tiefer Sorge über die anhaltenden Unterdrückungsmaßnahmen wie brutales Schlagen, Folter, Tötungen, Entzug von lebenswichtiger Nahrung und Trinkwasser, was zum Hungertod der betroffenen Tibeter führt. Wir sind auch sehr besorgt, dass solche Unterdrückungsakte möglicherweise noch viele weitere Monate anhalten werden.

Tibet ist praktisch abgeriegelt, und in absehbarer Zeit wird die chinesische Regierung mit der Hinrichtung unschuldiger Tibeter alle Beweismittel zerstört haben. Die internationale Gemeinschaft muss unverzüglich einschreiten und die Regierung der VRCh überzeugen, diese grauenhaften Akte einzustellen.

Die leidige Situation in Tibet, die mit der ultralinken Politik begann, die die Regierung der VRCh 1957/58 einführte und die dann zum Volksaufstand vom
10. März 1959 führte, dauert bis heute an. Seit damals haben die Tibeter unendlich gelitten. Mehr als eine Million Tibeter ist umgekommen, und die Situation ist nach wie vor problematisch. Diese Politik wurde als falsch erkannt und im Kernland China revidiert. Aber für die tibetische Nationalität hat es keine Änderung der politischen Linie gegeben. Und solange sich die grundlegende politische Linie der VRCh der tibetischen Nationalität gegenüber nicht ändert, kann, selbst jetzt, kein noch so großer Einsatz von Gewalt das tibetische Volk unter Kontrolle halten.

Die Führung der VRCh verlangt einerseits, dass Seine Heiligkeit der Dalai Lama seinen Einfluss geltend machen soll, um in Tibet wieder Normalität herzustellen. Andererseits aber haben sie keinerlei Raum geschaffen oder Möglichkeiten eröffnet, damit Seine Heiligkeit der Dalai Lama seinen Einfluss in Tibet ausüben kann. Im Gegenteil, die chinesische Führung hat ihre Anti-Dalai-Lama-Kampagne in ganz Tibet verstärkt.

Die Führung der VRCh weigert sich, die Ursache für die Unruhen in Tibet herauszufinden und sich zu bemühen, diese Ursache zu beseitigen. Stattdessen verschlimmert sie das Problem auf verschiedene Weise. Dies zeigt ganz klar, dass sie keinen Frieden und Stabilität in Tibet will.

Wir appellieren deshalb eindringlich an die internationale Gemeinschaft, effektive und unverzügliche Maßnahmen zu ergreifen, um die VRCh von solch brutalen Akten gegen das tibetische Volk abzuhalten und ihre Politik des systematischen kulturellen Genozids in Tibet zu beenden.

Prof. Samdhong Rinpoche
Kalon Tripa
18. April 2008

*Premierminister der Regierung-Tibets-im-Exil, A.d.Ü.

Nichtauthentische Übersetzung: MoKa
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Um die 70 Mönche bei mitternächtlicher Razzia verhaftet – über ihren Verbleib ist nichts bekannt

10 04 2008

das kam ebebn per email rein…

Students for a Free Tibet“ bietet einen Link, wo man ein Fax an Jaques Rogge
unterzeichnen kann mit dem Aufruf, dass die Olympische Fackel nicht durch
Tibet gehen soll. Bitte führen Sie diese online-Aktion durch:
http://actionnetwork.org/campaign/notorch/

Wir möchten auf die neue Website des Tibetan Solidarity Committee in
Dharamsala hinwiesen, auf der täglich neue Meldungen über die Lage in Tibet
zu finden sind: http://www.stoptibetcrisis.net/pr050408.html

Bemerkenswerte Filmaufnahmen, den ein Exiltibeter letztes Jahr heimlich in
Tibet machte, und die die unglaubliche Militärpräsenz, die hoffnungslose Lage
der in Baracken zwangsumgesiedelten Nomaden zeigen und die Beschwernisse des
Lebens der Tibeter schildern, ist unter folgendem Link abrufbar:
http://video.google.ca/videoplay?docid=7982410976871193492&q
******************************************************************
Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD)
Top Floor, Narthang Building, Gangchen Kyishong, Dharamsala 176215, H.P.,
Phone/Fax: +91 1892 23363 / 25874, e-mail: dsala@tchrd.org, www.tchrd.org
Pressemitteilung, 9. April 2008

Um die 70 Mönche bei mitternächtlicher Razzia verhaftet – über ihren Aufenthaltsort ist nichts bekannt
=============================================================================
Im Gegensatz zu den von den chinesischen Behörden verbreiteten Nachrichten
über die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung in Lhasa sieht die Realität
ganz anders auch. Es gibt immer noch massive Restriktionen und
Massenverhaftungen. Besonders betroffen davon sind die Klöster, die sich an
den kürzlich stattgefundenen Demonstrationen in Lhasa und Osttibet besonders
aktiv beteiligt haben. Bestätigten Informationen an das TCHRD zufolge wurden
im Zuge der Razzien in den Klöstern in der Nacht zum 7. April ca. 70 Mönche
aus dem Ramoche-Tempel verhaftet.

Am 7. April wurden bei einer mitternächtlichen Razzia von PAP (People’s Armed
Police) und PSB (Public Security Bureau) im Wohnbereich des Tempels ca. 70
Mönche verhaftet. Wie zuverlässige Quellen berichten, wurden sie an einen
unbekannten Ort gebracht. Von den ursprünglich ungefähr 100 Mönchen des
Tempels, sind kaum noch welche dort. Es gibt derzeit keine Informationen über
das Schicksal der Verhafteten. Der Vorsitzende der Regierung der TAR, Qiangba
Puncong, sagte bei einer kurzen Pressekonferenz heute morgen, die Polizei
hätte 953 Verdächtige verhaftet, die an den Gewaltakten vom 14. März in Lhasa
beteiligt gewesen sein sollen.

Die Bewegungsfreiheit der Mönche aus dem Ramoche-Tempel wurde seit dem 14.
März massiv eingeschränkt. Glaubwürdige Quellen bestätigten den Selbstmord
des Mönchs Thokmey, der sich infolge der brutalen Razzien von PAP und PSB am
22. März im Ramoche-Tempel das Leben nahm.

Alle großen Klöster in Tibet, darunter Drepung, Ganden und Sera, leiden unter
einschneidenden Restriktionen. Der Zugang zu den Klöstern wurde streng
reglementiert, seit am 10. März die Demonstrationen begannen, überwachen
zahlreiche PAP- und PSB-Kräfte die Klöster in Lhasa und anderen Regionen von
Tibet rund um die Uhr.

Wie das offizielle chinesische Sprachrohr Xinhua am 1. April berichtete,
verteidigte der Bürgermeister von Lhasa, Duoji Cizhu, die Stationierung der
PAP- und PSB-Einheiten in den drei großen Klöstern von Lhasa gegenüber einem
der ausländischen Journalisten auf der staatlich organisierten Pressereise
vom 27. März. Er behauptete, die Behörden hätten zu dieser Maßnahme
gegriffen, um Nachforschungen über die der Anstiftung zu den aktuellen
„Unruhen“ Verdächtigen anzustellen und weitere Proteste der aufgewühlten
Mönche zu verhindern.

Als eine weitere Bekundung staatlicher Unterstützung besuchte Zhu Wei Qun,
der Leiter der Vereinten Arbeitsfront der KPC im Range eines Vizeministers,
in Begleitung von Lobsang Gyaltsen, des Vorsitzenden der Vereinten
Arbeitsfront der TAR, am 8. April im Kloster Ganden stationierte PAP- und
PSB-Einheiten, bestärkte sie in ihrer Arbeitsmoral und lobte ihre gute
Arbeit. Verläßlichen Quellen zufolge sind alle drei großen Klöster in Lhasa
von den Sicherheitskräften abgeriegelt.

Das TCHRD ist sehr darüber beunruhigt, daß die chinesischen Behörden unter
dem Vorwand der Wiederherstellung von Recht und Ordnung zu Maßnahmen wie
unnötiger und übertriebener Gewaltanwendung, einschließlich gezielter
Todesschüsse, willkürlicher Verhaftungen und Einschüchterung gegriffen haben.
Dies alles verstößt gegen die internationalen Menschenrechtsvereinbarungen.
Nach Auffassung des TCHRD mögen diese Maßnahmen zwar die Proteste kurzfristig
ersticken; sehr wahrscheinlich heizen sie jedoch auf Dauer die Verbitterung
nur noch mehr an und gefährden letztlich alle künftigen Bemühungen um die
Klärung der von zahlreichen Tibetern vorgebrachten berechtigten Klagen über
die offizielle Politik der Regierung in der Region.
**********************************
Tibetan Solidarity Committee
http://www.stoptibetcrisis.net
8. April 2008
Lage in Tibet außerordentlich bedrohlich
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Die Situation in Tibet ist inzwischen äußerst kritisch. Das chinesische
Militär hat den Großteil der Klöster umstellt und versperrt den Mönchen jeden
Zugang zum Lebensnotwendigsten wie Nahrung und Wasser. Es gibt kein Gas und
keine Lebensmittel, die Wasserleitungen sind unterbrochen – die Lage der
Mönche und Nonnen ist verzweifelt. Sie zerlegen ihre hölzernen Betten, damit
sie Feuer machen können. Ferner ist ihnen nicht gestattet, ihren täglichen
religiösen Pflichten nachzukommen.

Falls sich die Lage in Tibet nicht unverzüglich zum Besseren wendet, sind
Hunderte von Mönchen und Nonnen vom Hungertod bedroht. Das Leiden der Tibeter
unter der chinesischen Unterdrückung ist derart unerträglich, daß manche
keinen Ausweg mehr sehen und sich das Leben nehmen.

Im Osten Tibets, in Amdo und Kham mußten nicht wenige aus ihren Häusern
fliehen und suchen jetzt im Bergland Zuflucht vor der Brutalität der
chinesischen Sicherheitskräfte. Ohne Nahrung, Kleidung und Brennstoff sind
sie in den Bergen und Wäldern gefangen. Ihre Lage ist lebensbedrohlich und
sie bedürfen dringend internationaler Unterstützung.

Der Aufenthaltsort zahlreicher verhafteter Tibeter ist nicht bekannt. Die
Tibeter, die festgenommen wurden, und sich in Untersuchungshaft befinden,
werden weiterhin auf unvorstellbare Weise fürchterlich gefoltert. Chinas
ungesetzliches Vorgehen wird dadurch deutlich, daß die Körper der getöteten
Tibeter beschlagnahmt werden, um die Ermordung unschuldiger Tibeter zu
vertuschen. Um alle Beweise vollständig zu beseitigen, verbrennen sie die
Leichen.

In Tibet wird dringend medizinische Versorgung benötigt. Die meisten der bei
der brutalen Niederschlagung der Unruhen verletzten Tibeter befinden sich
immer noch in kritischem Zustand. Sie wurden nicht angemessen medizinisch
versorgt, weshalb auch Lobsang Jinpa aus Kham Menyak u
nd Gyalpo, ein Mönch
aus dem Kloster Phenpo Gaden Chokor, starben. Das sind die wenigen Fälle, von
denen wir etwas wissen.

In den Klöstern zerstören chinesische Soldaten weiterhin mutwillig die
Gebetshallen und die Wohnungen der Mönche. Sie haben die persönlichen
Habseligkeiten vieler Mönche konfisziert und heilige Reliquien zerstört. Für
das wenige, was jetzt noch von dem Eigentum der Klöster übrig ist und die
Sicherheit der Mönche kann nicht garantiert werden.

In Anbetracht der gegenwärtigen kritischen Lage in Tibet richten wir zwei
besonders dringliche Bitten an die Vereinten Nationen, die internationale
Gemeinschaft und alle Staaten richten, die das Prinzip von Wahrheit und
Gerechtigkeit hochhalten.

1. Sofort einen unabhängigen Untersuchungsausschuß nach Tibet zu entsenden.
2. Den brutalen Massakern auf Hochplateau ein Ende zu setzen.

Übersetzung: Irina Raba, Angelika Mensching
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* Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
* Arbeitsgruppe München
* Adelheid Dönges, Packenreiterstr. 18, 81247 München
* tibet@igfm-muenchen.de, www.igfm-muenchen.de/tibet/tibetstart.html
* Spendenmöglichkeit: IGFM München,
* Kto 158393803, Postbank München, BLZ 700 100 80
* IBAN DE71700100800158393803 – BIC PBNKDEFF
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dr. motte sagt: „taglich werden 20 todesurteile in china vollstreckt…“

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